Pressemitteilung
Freitag, 6. August 6, 2004, 11:40
Gut beschirmt - Firma Oertel lässt keinen im Regen stehen - Bremer Traditionsunternehmen beliefert Präsidenten und Königshäuser
Bremen (ddp). Dunkle Wolken am Sommerhimmel steigern den Umsatz von Dorrit und Rainer Gramke. Das Ehepaar ist Inhaber eines der letzten Fachgeschäfte für Verkauf und Reparatur von Regenschirmen in Deutschland, Schirm Oertel in Bremen. Unter dem Label «Oertel Handmade» bringen die Bremer Regenjahr für Regenjahr eine eigene Kollektion auf den Markt. Die Schirmmodelle werden aus aller Welt bestellt.
Vor 20 Jahren hatte das Ehepaar das kleine Geschäft in der Bremer Innenstadt übernommen. Der Ruf des über 100 Jahre alten Unternehmens hat sich weit über die Bremer Landesgrenzen hinaus herumgesprochen. Per Internet bestellen Gramkes Kunden aus Norwegen, Neuseeland und den USA. Erst kürzlich brachte der Schirmfachmann eine große Lieferung an die Universität von Istanbul auf den Weg. Und auch gekrönte Häupter lassen sich bei Nässe mit Schirmen von Oertel schützen. So hatte im März die niederländische Königin Beatrix einen Schirm aus Bremen bei der Hand, als sie während eines Staatsbesuchs in Berlin die neue Botschaft ihres Landes einweihte.
Auch das Bundespräsidialamt bestellt in Bremen. Für die Berliner Gedenkfeier zum 60. Jahrestag des Hitler-Attentats baute das Spezialgeschäft einen Drei-Meter-Schirm um. «Hätte es am 20. Juli geregnet, wären die Redner garantiert trocken geblieben», sagt Gramke. An Johannes Rau lieferte er einen besonders großen schwarzen Schirm mit einem Durchmesser von 1,40 Metern, der Griff aus edlem Malacca-Rohr gefertigt. Auf dem Griff wurde neben dem sonst üblichen Metall-Label «Oertel Handmade» mit dem Bremer Schlüssel ein zweites Metallplättchen befestigt. «Darauf wurde Schloß Bellevue eingraviert, damals ja Raus Wohnsitz», sagt Gramke.
An Horst Köhler, den neuen Bundespräsidenten, hat der Bremer bis jetzt noch nicht geliefert. Dafür zählen das Bundesinnenministerium und die Hamburger Staatskanzlei schon lange zu seinen Kunden. Einzig der Bremer Senat lässt sich selten in dem Schirmfachgeschäft blicken. Seit die Amtszeit von Bürgermeister Hans Koschnick 1985 endete, wurden bei Oertel keine Schirme mehr bestellt.
Andere Kunden nehmen extra einen Flug aus England in Kauf, um sich in Bremen ihre Schirme reparieren zu lassen. So hatten zwei Damen Schirme aus der Zeit um 1900 geerbt. Doch in ganz England waren keine Originalteile mehr zu finden. Die Bremer hatten sie. «Selbst im regnerischen England gibt es kaum noch Schirmfachgeschäfte», sagt Gramke, dessen Lager gefüllt ist mit Ersatzteilen, die bis zu 100 Jahre alt sind.
Auch einen Schirm von Kaiserin Sissi hat das Bremer Geschäft schon wieder instandgesetzt. «Ein Mann hatte ihn auf einer Auktion ersteigert und sich dann im Auto draufgesetzt», erzählt Gramke. Der Griff ähnelte einem Schwanenhals, der Schirm war eher Sonnen- als Regenschutz.
Alle Schirme von Oertel werden von Hand gefertigt. Damit beauftragt das Bremer Spezialgeschäft eine kleine Manufaktur in Mailand. Die Entwürfe stammen von Gramke. Für die Griffe wählt er Hölzer, die sonst bei keinem anderen Regenschirm zu finden sind, wie kanadischer Ahorn und Perlbambus. Für die Decken der Schirme werden häufig mit Teflon beschichtete Krawattenstoffe verwendet. «Die Farben der Stoffe richten sich immer nach der Mode», sagt Gramke.
Und auch jeder Knirps, der bei Oertel über den Ladentisch geht, wurde nach den Vorstellungen von Gramke hergestellt. Dazu kauft er Gestelle alter Knirpskollektionen auf, lagert sie ein und bringt sie dann mit modernem Stoff neu auf den Markt. (www.regenschirme.de)
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Schirm Oertel
Sögestr. 76
D-28195 Bremen / Germany
Kontaktperson:
Rainer Gramke, Geschäftsführer
Telefon ++49-421-12500
Fax ++49-421-1690896
e-mail: schirm-oertel@regenschirme.de